Kultur

Zur Poesie georgischer Landschaften mit Menschen [ Volltext ]

Zur Poesie georgischer Landschaften mit Menschen
von
Britta Wollenweber


Der georgische Fotograf Gia Chkataraschwili aus Tbilissi findet seine Sujets - Menschen, Landschaft, Landschaft mit Menschen - vornehmlich in Oberswanetien, genauer gesagt in Uschguli. Es ist einer dieser Orte hoch oben in den Bergen um den Kasbegi, in denen man den Eindruck hat, die Zeit ist stehengeblieben. Hier meint man noch heute Freiheitsliebe und Unabhängigkeit des ursprünglichen Kaukasus zu spüren.

Das Auge des Fotografen blickt stets mit Wärme, ja mit Liebe auf seine Motive - sei es eine alte Frau oder seien es Kinder, sei es die gefällige, beinahe zufällig wirkende Ansammlung stolz aufragender Wehrturmhäuser, sei es das Wolkenspiel um die Spitze des Kasbegi. Mal scheinen es Stilleben, mal poetische Striche zu einem nie enden wollenden Lebensmosaik zu sein - Geschichten, die stets weiter erzählt werden könnten.

Geduld braucht es dort in Uschguli, bis das Huhn seinen Platz eingenommen hat, die scheinbar gestellte Komposition vollendet, die aber natürlich, dem Lauf des Dorfes, des Lebens folgend sich ergibt.

Das Leben hier oben ist hart und arbeitsreich. Davon zeugen die zerfurchteten Gesichter der Dörfler wie die der Häuser. In der Tat, jedes Haus mit Turm hat sein eigenes Gesicht, die tiefen Risse im Mauerwerk belegen den Kampf mit der Zeit.
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